Interview with Mandy for Metalnews.de answered by Chris and Tommy
Read interview below or press here to go to original location

<< Back
 
Screenshot from original location

Die schwedisch - englische Kooperation Angtoria wird den meisten Lesern eher ein bis dato unbekannter Begriff sein. Dabei ist das Bandmitglied, welches aus England stammt, mit großer Sicherheit für einen Großteil alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Hier handelt es sich nämlich um Sarah Jezebel Deva, die ihre Stimme bereits auf den Scheiben der Formation Cradle Of Filth sowie bei Mortiis und Therion verewigt hat. Hier, bei Angtoria, hat sie nun die Möglichkeit, ihre Stimme vollends zu entfalten, da sie fester Bestandteil der Band ist und ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann. In Erwartung auf die Dinge, die da kommen, habe ich die Möglichkeit genutzt, um mit den beiden schwedischen Musikern Tommy und Chris einige Fragen zu klären.

Das Album "God Has A Plan For Us All" wird demnächst veröffentlicht. Wie würdet ihr das Endresultat beschreiben?

Chris: In Anbetracht des Budgets und der Zeitspanne, die wir benötigt haben, sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir haben das Glück Leute um uns zu haben, die uns mit Dingen aushelfen konnten, die für uns ansonsten nur mit höherem Aufnahmebudget hätten getan werden können. Wir sind zudem in der glücklichen Lage, dass wir selbst produzieren, aufnehmen und abmischen können, da Tommy sein eigenes Studio besitzt. Letztendlich sind wir mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Auch, wenn es immer Dinge geben wird, die man hätte besser oder anders machen können. Aber wir planen ja weitere Alben mit Angtoria.

Sarah hatte wärend der Schaffensperiode am Album auch noch Verpflichtungen bezüglich der neuen Cradle Of Filth-Scheibe. In wie weit beeinflusste das die Arbeit am Angtoria-Werk?

Chris: Nun, eigentlich überhaupt nicht. Tommy und ich haben die gesamte Aufnahmeproduktion von Beginn an gemacht. Beendet haben wir diese Arbeit gemeinsam mit Micke Öhlèn, dem das Studio gehört, in dem wir aufgenommen haben. Dort verbrachten wir drei Monate, und da Sarah in England lebt, ist es ihr unmöglich, für solch eine lange Zeit zu bleiben. Also kommt sie nur rüber, um ihre Vocals einzusingen und, um ihren Input in das Endresultat zu legen. Wir senden ihr die Dateien und diskutieren alles über das Telefon.

Ihr habt zusammen mit Björn Engelmann in Stockholm gearbeitet, der schon für andere Bands tätig war. Was war der Grund, ihn als Mixer zu wählen und wie zufrieden seid ihr mit seiner Arbeit?

Tommy: Björn hat für diese Aufnahme "nur" das finale Mastering im Cutting Room übernommen. Für die Aufnahmen des Schlagzeuges und den Mix des Titeltracks arbeiteten wir zusammen mit Daniel Bergstrand (In Flames, Soilwork etc.). Den Rest des Albums nahmen Chris und ich in Kooperation mit dem Inhaber der Sidelake Studios, Micke Öhlèn, auf. Auch das Abmischen und das Produzieren. Wir sind extrem zufrieden darüber, dass uns Daniel mit den Drums und dem Initialmix geholfen hat. Ebenso über Daniels Hilfe für das Mastering (wie immer ein großartiger Job).

Wie wichtig ist die Stimme von Sarah für die Atmosphäre von Angtoria und wie unterscheidet sich ihr Gesang auf diesem Album zu dem ihrer bisherigen Arbeit?

Chris: Das gesamte Konzept und der Sound von Angtoria sind das Ergebnis der Arbeit von uns dreien, indem wir jedes unserer Elemente in die Songs einbauen. Tommy und ich schreiben die Musik und nehmen sie auf. Dann schicken wir das Zeug an Sarah, damit sie ihre Lyrics und das stimmliche Arrangement schreiben kann. Diese Kombination macht unseren Sound aus.
Sarahs Stimme ist sehr breit gefächert. Bis jetzt konnte sie aber nur den höheren, opernhaften Klang präsentieren. Bei Angtoria ist das nicht limitiert und sie kann nun ihre gesamte Bandbreite und stimmlichen Fähigkeiten zeigen auf eine Art, wie sie es vorher noch nicht getan hat.

Wie würdet ihr den Klang von Angtoria bezeichnen und was sind eure Einflüsse?

Chris: Es ist immer schwer, deine eigene Musik zu beschreiben oder zu etikettieren. Denn es wird da draußen immer jemanden geben der dir widerspricht und sagt, dass sie doch nach etwas völlig anderem klingt. Der einfachste Weg, unsere Musik zu beschreiben ist der, orchestraler Metal mit weiblichem Gesang dazu zu sagen. Wir haben viele verschiedene Elemente in unserer Musik, da wir mit den Instrumenten eines ganzen Symphonieorchesters arbeiten, dazu kommen die Gitarren und das Schlagzeug. Alle Songs haben verschiedene Emotionen und Elemente in sich und sie können alles sein, von schnellerem Hergang hin zu etwas langsameren - schön oder traurig - genau wie die Musik in einem Film, die den Eindrücken folgt, um die Emotionen und Gefühle einer bestimmten Szene einzufangen.
Für mich persönlich habe ich keine besonderen Quellen der Inspiration. Ich schreibe einfach. Alles um mich herum inspiriert mich zu schreiben, jeden Tag. Das spielen mit meiner Tochter, Skydiving, einen guten Film ansehen oder gute Musik hören...

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen euch und Sarah aus, da doch eine größere Distanz zwischen euch steht?

Chris: Nun, die Welt wird kleiner und kleiner. Es ist leichter und billiger geworden zu reisen und seit die Breitbandverbindungen schneller und schneller werden und das Versenden von großen Dateien von einer Seite der Erde auf die andere nur noch ein paar Minuten in Anspruch nimmt, ist das ziemlich einfach. Es ist heute nicht mehr mit Ausgaben verbunden, an verschiedenen Orten zu wohnen und trotzdem zusammen zu arbeiten. Tommy und ich schreiben die Musik, nehmen sie auf, senden sie an Sarah und sie schreibt dann die Texte und kümmert sich um das stimmliche Arrangement. Dann kommt sie einfach her und wir nehmen ihre Vocals auf ...

Gibt es Pläne in Bezug auf zukünftige Live-Gigs?

Tommy: Na klar ... Wir wollen nichts anderes als rauskommen und touren. Es hängt jetzt alles davon ab, wie viel Beachtung wir von Fans und der Metalpresse erhalten. Sobald wir fühlen, dass die Menschen uns sehen wollen, werden wir bereit sein. Sollten wir eine gute Band zum Supporten finden, wird das wahrscheinlich schon eher der Fall sein.

Ihr habt bereits ein Promo-Demo in der Vergangenheit aufgenommen. Werdet ihr das Material neu aufnehmen und es in der Zukunft als eigenständiges Album rausbringen oder Teile davon als Bonustracks verwenden?

Chris: Ja, wir haben bereit zwei Tracks davon für das Angtoria-Album verwendet, das Intro und einen Song namens "The Addiction". Wir haben sie neu aufgenommen und durch das Hinzufügen einiger weitere Elemente etwas aktualisiert. Wir haben sie ein wenig mehr up-to-date arrangiert, aber sie sind dem Original noch sehr ähnlich. Wir haben vor, weitere Songs von dem Demo für unser nächstes Album neu zu gestalten.

Was sind die Pläne für die Zukunft von Angtoria, habt ihr weitere Projekte, wie zum Beispiel Komponieren?

Tommy: Wir wollen uns zu 150% darauf konzentrieren, den Namen Angtoria und die Musik bekannt zu machen. Hoffentlich auf Tour gehen, eventuell einige Festivals .... und Songs für unser nächstes Album schreiben. Wir beide, Chris und ich, produzieren im Studio andere Bands, wir mischen ab und nehmen auf. Wir machen das neben Angtoria weiter. Außerdem schreiben Chris und ich für eine Theatergesellschaft in Sundsvall Musicalkompositionen. Sie machen gerade „Aladdin“. Für Nebenprojekte gibt es eine Menge Ideen, aber hoffentlich wird Angtoria unsere gesamte Zeit in Anspruch nehmen.

An welchem Punkt seht ihr die Band Angtoria in ein paar Jahren?

Tommy: In ein paar Jahren wird Angtoria eine sehr erfahrene Liveband sein, die gerade dabei ist, ihr langerwartetes drittes Album zu veröffentlichen. Wir machen dann ein spezielles Interview mit Mina von Metalnews, in dem sie uns fragen wird, wie wir so schnell so berühmt werden konnten und wie wir mit dieser Berühmtheit umgehen.

Eine letzte Frage noch. Was bedeutet der Name Angtoria eigentlich?

Tommy: Angtoria ist eigentlich der Songtitel vom zweiten Album einer Band namens Moahni Moahnas. Das sind die Namen von meiner und Chris’ Mütter und Schwestern, einfach zusammengemixt. Es klang halt ein wenig nach "female fronted metal", und wenn du mal eine Googlesuche machst, wirst du sehen, dass jeder Hit über uns handelt.

Vielen Dank für das Interview.
Die besten Wünsche und viel Glück für die Zukunft.

   
Site created and maintained by Chris Rehn