Hinter dem Namen ANGTORIA verbirgt sich ein noch recht junges Projekt der zauberhaften Sängerin Sarah Jezebel Deva, die unter anderem für Cradle of Filth und Therion ihre schöne Stimme erklingen ließ. Der Lady zur Seite stehen Chris Rehn, der für das Songwriting und die Arrangements zuständig ist, und sein Bruder Tommy, den einige von Euch vielleicht von den ziemlich coolen Moahni Moahna kennen. Die Musik von Angtoria ist eine Mischung aus orchestralem Metal, Filmmusik und etwas Gothic-Flair, und scheint sehr stark vom Aina-Meisterwerk “Days of rising doom” (2004) beeinflusst zu sein.
Mit einem majestätischen Intro und der mitreißenden Bombast Metal-Nummer “I’m calling” geht das Debüt der Truppe mit dem seltsamen Titel “God has a plan for us all” auch sehr verheißungsvoll los. Doch in der Folge gibt es leider viel zu viel unausgegorenes, austauschbares Material auf dieser Platte, das es kaum schafft, mich zu berühren und zu fesseln, weil entweder die Spannungsbögen vorzeitig einstürzen oder die Songs gleich pseudo-dramatisch und pomadig vor sich hinblubbern. Hier mal eine nette, bergbachklare Soundlandschaft, dort ein sakraler Chor oder eine orientalisch anmutende Leadgitarre – das ist ja alles ganz nett, aber nicht zwingend und kompakt genug. Wenn dann zur Hälfte der Spielzeit ein Song wie “The addiction” wie übler Achtziger Synthie-Pop anfängt und mit langweiligem Düster-Schmalz nervt, würde die CD im richtigen Leben schon wieder aus dem Player fliegen. Als gewissenhafter Kritiker war ich aber tapfer und habe mir die Platte mehrmals komplett angehört. Leider konnte ich auch mit gutem Willen nur wenige echte Highlights finden. Zwei davon sind das schleppend-mystische, an die genialen Beyond Twilight erinnernde “Deity in disgust” und das leider viel zu kurze (!) “Hell hath no fury like a woman scorned” (cooler Songtitel auch!), das wie eine Light-Version der nicht minder großartigen Hollenthon daher kommt. Für diese beiden Songs und den Opener würde ich mindestens acht Punkte verteilen, in genau diese Richtung sollten Angtoria weiter arbeiten.
Leider enthält “God has a plan for us all” eben auch jede Menge substanzlose, pathetisch-aufgesetzte Grütze. Aufgewertet wird das Material von Sarah Jezebel Devas wieder einmal beeindruckender Gesangsleistung. So macht einzig und allein ihre einschmeichelnde, verführerische Stimme eine klebrig-poppige Dark Metal-Nummer wie “Confide in me” zu einer hörbaren Angelegenheit. Für eine Kaufempfehlung reicht das allerdings nicht. Mit “God has a plan for us all” dümpeln Angtoria bestenfalls im Mittelmaß herum. |