Symphonischer Metal mit Frauengesang, und dann noch mit einer Frau, die bereits den mir akustisch eher unsympathischen THERION und CRADLE OF FILTH ihre Stimme lieh? Das mir? Ich sah bestimmt komisch aus mit meinen zu Berge stehenden Haaren, all diesen seltsamen Pusteln und Pickeln, hochgerollten Zehennägeln, nach innen gestülpten Genitalien und meinem tiefgrünen Gesicht. Aber meine Befürchtungen haben sich gottseidank nicht bestätigt, denn ANGTORIA sind über weiteste Strecken doch sehr hörbar.
Sicher, auf "God Has A Plan For Us All" wird die Grenze zum Kitsch hier und da mal überschritten, doch generell ist das Material recht organisch und natürlich, und die Gebrüder Chris und Tommy Rehn haben sich bei der Komposition des Materials so einige, wirklich hängenbleibende Songs aus den Rippen geleiert. Originell und innovativ geht zwar anders, aber es ist recht angenehm, dass hier das Hauptohrenmerk auf dem Songwriting liegt, und nicht etwa auf "Wer kann's bombastischer?"-Eskapaden. Ein ordentliches Metalpfund, orchestrale Dynamik und vor allem kein geschwollener Operngesang.
Nein, Sängerin Sarah Jezebel Deva singt mit angenehm natürlicher und kraftvoller Stimme, wodurch die Musik wesentlich bodenständiger wirkt als die genreverwandter Releases. Mit Aaron Stainthorpe (MY DYING BRIDE), Martin Häggström (MOAHNI MOAHNA), Rikard Andersson (u.a. TIME REQUIEM) und einigen anderen Musikern sind hier hochkarätige Gäste vertreten, die dem abwechslungsreichen Album ebenfalls sehr gut tun. An den Knöpfen saß niemand Geringeres als Produzent Daniel Bergstrand (IN FLAMES, SOILWORK, STRAPPING YOUNG LAD, MESHUGGAH), was auch den fetten Sound erklärt. |