Wie schon in meiner Rezi zum wirklich guten inoffiziellen Demo vermutet hat es gerade mal ein Jahr gedauert, bis die Band um CRADLE OF FILTH-Backing-Trällerelse Sarah Jezebel Deva einen Plattendeal in der Tasche und die Platte am Start hat.
„Epic Orchestra Metal“ nennen ANGTORIA ihren Sound, und das passt wie die Faust aufs Auge. Soundtrackmäßig orchestralisch wird das Album schon mit dem Intro „The Awakening“ eingeleitet. Flott geht es mit „I’m calling“ los. Treibende, leicht in den Hintergrund gemischte Riffs, wuchtige Drums, dominierende Synth-Melodien, eingängiger Gesang mit Ohrwurm-Refrains. Die eindrucksvolle Stimme der gewichtigen Sängerin, die hier nun endlich ihr volles Können zeigen kann, ist natürlich das wichtigste am gesamten Album. Wie schon auf dem Demo zeigt die Vier Oktaven-Sängerin auf höchstem Niveau das gesamte Spektrum von kraftvollen Gesängen, über höchste Töne bis hin zu melancholischem Säuseln. Highlights sind einerseits die vier schon von der Vorab-CD bekannten Songs, wie das orientalisch angehauchte „Deity of Disgust“ mit dem tollen Gast-Gesang von Martin Haggström (ZOOL) und der wunderschönen Coverversion von KYLIE MINOGUEs „Confide in me“, bei der mich jedes Mal wieder eine Gänsehaut überkommt. Fast dramatisch klingt dagegen das sehr orchestrale, aber dennoch kantige und fast harsche „Original Sin“, bei dem sich Sarah mit MY DYING BRIDE-Fronter Aaron Stainthorpe duelliert. Sehr schön gelungen ist auch „The Addiction“. Hier machen die Gitarren mal Pause und Sarah beeindruckt zusammen mit einer schönen gefühlvollen Orchester-Komposition. Um den Sound organischer zu halten hat sich das Trio neben den Gast-Sängern noch Schlagwerker Andreas Brojber (SPACE ODYSSEY) und CRADLE OF FILTH-Basser Dave Pybus ins Studio geholt, was den schon auf dem Demo wirklich guten Sound optimal abrundet.
Ein wunderschönes und verdammt vielseitiges Album hat Sarah Jezebel Deva mit den Rehn-Brüdern hier vollbracht. Sarahs beeindruckende Vocal-Performance und die songwriterischen Qualitäten von Tommy und Chris machen „God has a Plan für us all“ zu einem Pflichtkauf für alle Gothic Metaller, aber auch Power Metal-Fans sollten absolut mal reinhören. Und bei der derzeitigen Handlungs-Unfähigkeit von NIGHTWISH kommt dieses Album absolut richtig und dürfte nicht nur den Finnen in Zukunft schwer zu knacken geben. Zum Ende möchte ich noch die Digi Pack-Version empfehlen, da dort der auf der normalen Version fehlende Song „A Child that walks in the Path of a Man“ vom Vorab-Demo enthalten ist. Und der sollte auf keinen Fall fehlen!
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